Bereits nominiert

 

Aus den folgenden Vorschlägen wählte die Jury drei Nominierungen aus. Der/die GewinnerIn erhielt am 10.11.2011 auf der Jubiläumsfeier der IG Architektur den planlos2011 Award.

Nominiert für planlos2011: Asylzentrum Eberau

von eben au daneben

Direktvergabe für ein Asylzentrum im „Straflager-Retrolook“ (dann aufgrund restriktiver Politik gar nicht notwendig) unter Umgehung sämtlicher Regelungen des Bundesvergabegesetzes

den Planer als (Strohmann und) Grundstückskäufer einzusetzen um Vergabeverfahren zu umgehen ist kreativ, die Planung war dann eher nostalgisch

Nominiert: Maria Fekter, damals zuständige Innenministerin

Nominiert für planlos2011: Verwertung der Steinhofgründe

von maroni

Durch eine Umwidmung wurde 2006 die Voraussetzung geschaffen, dieses Ambiente „einer Verwertung zuzuführen“. In der Folge wurden Teile des Areals an die Gesiba verkauft.

Unter dem Motto "Mehr Lebensqualität für alle" sollen Teile des denkmalgeschützten Landschaftsparks unterhalb der Otto Wagner Kirche durch ein Rehabzentrum mit 150 Betten (Vamed) und dem Bau von 600 Wohnungen (Gesiba) einer baukulturellen Entwertung zugeführt werden. Das ist wie Taj Mahal mit Wellness und Spa.

Nominiert: Stadtrat DI Rudi Schicker, Stadträtin Mag.a Renate Brauner 2006

Nominiert für planlos2011: Kein Lob für den Auslober

von der inder

Wettbewerb für die Errichtung eines Kindergartens im Stadtpark in Wien (2009): der Auslober agiert in der Außenwahrnehmung bei der Prozess-Steuerung planlos.

Zwar hatte die Jury keinen Wettbewerbsgewinner ermittelt, der Auslober hatte sich aber in seinem Auslobungstext (A.21) verpflichtet, außer mit einem/einer allfälligen GewinnerIn auch mit den zweit- oder drittgereihten ProjektverfasserInnen in Verhandlungen einzutreten. Dazu hatte die Jury laut Juryprotokoll (Seite 19) den Auslober ausdrücklich aufgefordert. Es hätte also für den Auslober die Möglichkeit gegeben, den Wettbewerb zu einem Ergebnis (Verhandlungsverfahren) zu bringen. Stattdessen wurde ein neuer Wettbewerb ohne Rücksicht auf das Ergebnis des ersten ausgeschrieben – mit neuerlichen Kosten für den Auslober und die SteuerzahlerInnen. Die MA 19 hat als öffentlicher Auslober eine besondere Verpflichtung, transparent, ökonomisch und nachvollziehbar zu agieren. Dieser Verpflichtung wurde bei diesem Wettbewerb leider nur unzureichend nachgekommen.

Nominiert: MA19 für den Auslober

Der amputierte Beirat - Oberösterreich

von jower

Seit mehr als 10 Jahren ist in Oberösterreich ein Beratungsgremium eingerichtet, das von Gemeinden, die über keinen eigenen Gestaltungsbeirat verfügen, gleichsam als „fliegender“ Beirat in Anspruch genommen werden kann. Unbürokratisch im Auftreten und denkbar schlank in seiner 3er-Besetzung (Beamte aus Raumordnung und jeweiligem Bezirksbauamt, sowie als freischaffender Architekt im Rotationsprinzip der jeweils letzte Landeskulturpreisträger) hat diese Institution nicht zuletzt auch bei vielen kommunalen Bauvorhaben eine gewisse Filterwirkung entfalten können bzw. zum verstärkten Einsatz von Architekturwettbewerben beigetragen. Von den Fachleuten anderer Bundesländer wird OÖ darum beneidet. Im für Ende 2011 vorgesehenen Baukulturreport des Bundes sollte das Instrument Ortsbildbeirat bundesweit entsprechend publik gemacht werden.

Weniger Wertschätzung für Baukultur ist dagegen in der zuständigen Raumordnungsabteilung der Landesregierung vorhanden, in manchen Einzelfällen mögen die Beratungsleistungen auch politisch nicht opportun gewesen sein. Jedenfalls wurde die letzte Verwaltungsreform eifrigst zum Anlass genommen, den Beirat gleich auf Beamtenebene zu „entsorgen“. Nachdem Teile der Politik Widerstand signalisierten, soll nun - im zweiten Anlauf - der Vertreter der Architektenschaft „eingespart“, also eliminiert werden.
Dass bei zwei verbleibenden - weisungsgebundenen - Beamten jeglicher interdisziplinäre Diskurs auf der Strecke bliebe, scheint die Verantwortlichen nicht sonderlich zu bekümmern. Es erscheint geradezu gewollt.

Nominiert: Abteilung Raumordnung des Landes Oberösterreich

Rektorat der TU Wien

von we are the 99%

Systematisch wird das Architekturstudium durch Entscheidungen und Wortmeldungen des neuen Rektorats diffamiert und torpediert sowie jegliche Form der Qualitätsteigerung unmöglich gemacht.

Für das neue Rektorat der TU Wien scheint die Architekturfakultät mehr ein Klotz am Universitätsbein zu sein als eine Bereicherung der Universität. Durch Auslagerung und Verminderung der Studierendenarbeitsplätze sowie abqualifizierender Aussagen über das Architekturstudium wird das Ansehen der Fakultät nachhaltig geschädigt. Anstatt Interdsiziplinarität zu fördern wird diese verunmöglicht, zeigt das Rektorat auch eine längst überholte Weltanschauung. Internationale Standards der Architekturausbildung werden, genauso wie Forderungen der Studierenden und des Mittelbaues nach mehr Raum für Studierende, einfach ignoriert. Gewachsene Strukturen werden gezielt zerstört und neue Abhängigkeiten geschaffen. Dieser unrühmliche Start als Chefin einer österreicischen Uni zeigt auch die große Abneigung gegenüber der Architekturfakultät an der TU Wien.

Nominiert: Das Rektorat der TU Wien. Besonders Frau Rektorin Sabine Seidler

Verschärfungen der Brandschutzvorschriften

von David Pasek

Die Verschärfung der Brandschutzvorschriften schränken unverhältnismäßig architektonische und funktionelle Qualitäten ein und verteuern unnötig das Bauen!

Die laufenden Verschärfungen der Brandschutzvorschriften stehen in keinem Verhältnis mehr zum tatsächlichen Gefahrenpotential von Personen oder Gebäuden. Dies führt kaum mehr zu einer Erhöhung der Sicherheit, verteuert aber das Bauen und verschlechtert wesentlich die Funktionalität und die architektonische Qualität der Gebäude. Zudem erhöhen sich die Kosten für die Planung, da die Komplexität und die Verflechtung der Gesetzeswerke nur mehr von externen BrandschutzberaterInnen verstanden und bewertet werden können – und selbst darauf kann sich die/der ArchitektIn nicht verlassen. Die Auslegung dieser Vorschriften von Seiten der Behörden erfolgt überwiegend im strengst möglichem Ausmaß: Rasch werden Bauteile verlangt, die von der Industrie gar nicht oder nur mit Sondergenehmigungen geliefert werden können und deren Sinnhaftigkeit völlig zweifelhaft ist, und deren Wartung die Betriebskosten der Gebäude ständig erhöht – diese Spirale schraubt sich ununterbrochen höher.

Nominiert: OIB, TRVB, MA68, MA37BB, ...

Städteplanung am Beispiel Wiener Westbahnhof

von PLAG

Das Ergebnis des Umbaus Wien Westbahnhof mit all seinen Begleitbauten verdient stellvertretend für viele andere Projekte einen Spitzenplatz bei planlos2011.

Ein Beispiel, dass trotz internationalem Wettbewerb das Ergebnis kein zufriedenstellendes ist, und ein allgemeiner Aufruf, dem Städtebau und der übergeordneten Planung, selbst auf ÖBB Grundstücken, mehr Bedeutung zuzumessen.

Nominiert: Die Jury, die diesem Wettbewerbsbeitrag seinerzeit den 1. Preis gab und viele viele andere

Freunderlwirtschaft

von Schütte-Lihotzky

Gemeinnützige vergeben österreichweit Direktaufträge bis in den Oberschwellenbereich; ohne Architekturwettbewerbe - außerhalb des BVergG und der Gebührenordnung.

Sie proklamieren Soziales Gewissen und partnerschaftliche Zusammenarbeit als einen ihrer wesentlichen Grundsätze und Ziele; gleichzeitig missachten sie jegliche Fairnes gegenüber der Architektenschaft und machen sich damit mitschuldig an den prekären Arbeitsverhältnissen dieses Berufsfeldes.

Nominiert: GBV - Österreichischer Verband gemeinnütziger Bauvereinigungen Genossenschaften gbv.at

Millionenbaustelle WS-Stadion

von astrein

Anlässlich der EM 2008 wurde in Klagenfurt ein Stadion für 32.000 ZuseherInnen errichtet, das später auf 12.000 Plätze rückgebaut werden sollte. Nun ist eine Permanentmachung um 19,7 Mio. beschlossen.

60 Mio. Euro stehen drei ausverkauften Spielen gegenüber. Eine Nachnutzung wurde nicht ernsthaft bedacht. Dennoch wurde der geplante Rückbau abgelehnt und eine "Permanentmachung" beschlossen. Dafür sollen nun weitere 15,5 Mio. Euro vom Bund und 4,2 Mio. Euro von der Stadt investiert werden. Und das alles für einen insolventen Fußballverein...

Nominiert: Ex-LH Dr. Jörg Haider, Alt-Bgm. Harald Scheucher und Bgm. Christian Scheider

erfindungsgeist zur geschlossenen bauweise

von gaupenraub

weil kommunalpolitisch unerwünscht, gelingt es bislang der ma64, mit der äußerst kreativen auslegung der geschlossenen bauweise, die realisierung eines notquartiers zu blockieren

obwohl auch ein gutachten der ma19 (magistratsabteilung für ARCHITEKTUR und STADTGESTALTUNG) ausdrücklich bestätigt, dass der flächenwidmung "g" für geschlossene bauweise mit dem eingereichten projekt entsprochen wird, kommt die ma64 immer wieder zum entschluss, dass dem nicht so ist. die kreativität, ohne die eine solche interpretation der wr-bo gar nicht möglich wäre, erscheint uns daher sehr nominierungswürdig. traurig daran ist allerdings, dass damit seit jahren ein notquartier für obdachlose menschen verhindert wird, das bei nur ein ganz klein wenig weniger engagement gegen das projekt, bedürftigen mitmenschen schon lange ein dach über dem kopf bieten könnte.

Nominiert: magistratsabteilung 64 der stadt wien

gemein und eigennützig

von klientel

gemeinnützige bauträger und der umgang mit wohnbaufördermitteln sind nicht immer so wie ursprünglich "dem gemeinwohl dienend" eingesetzt - der zusammenhang mit der politik wäre untersuchenswert

meist wird nur ein gü bestellt, der dann planende und ausführende hinunterdrückt - qualitätsanspruch gibt es meist nicht, und der einzige der stört, ist der kunde. hier gibt es keine wertschöpfung sondern zum maximal möglichen wohnbauförderpreis die niedrigste qualität ... aber in zeiten wie diesen, in denen sogar in höchsten politkreisen lobbying und filz sowie saure wiesen sehr feucht gehalten werden, wie sollte es bei politisch besetzten wohnbaugenossenschaften oder gemeinnützigen bauträgern anders laufen, und so lange das werkl rennt, haben ja alle nichts dagegen - warum das system ändern - läuft ja wie geschmiert. und wenn sich ein planer oder ausführender beschwert oder versucht zu hinterfragen - dann wird er vom futtertrog verdrängt oder ferngehalten bzw. von weiteren verfahren einfach ausgeschlossen - fällt ja niemanden auf - unkooperative teamunfähige sind halt nicht gefragt ... bucklige rundrücken und elastisches rückgrat ist gefragt...sogenannte teigpatzen.

Nominiert: z.b. gswb in salzburg mit prokurist bm franz loidl mit bm peter ebster von ehrlich gut gebaut

Mariahilfer Blues

von gumpi

Anstelle von ein paar roten Masten könnte auf dem Mariahilfer Platzl ein architektonisches Wahrzeichen von coop himmelb(l)au stehen.

Die Realisierung von 'turm und riegel' wurde der Finanzierung durch private Bauträger überlassen. Hätte man das Pratervorplatz-Geld doch besser hier investiert! Übrig bleit ein Provisorium, das wie ein Provisorium wirkt und uns wie andere Provisorien in Wien auf ewig erhalten bleiben wird.

Nominiert: Der Drang Großes zu verhindern, um am Kleinen zu scheitern

Flop: Das Rote Laufband in Graz-Jakomini

von wami

Das Projekt, Ergebnis eines Ideen-WBs, sollte den öffentlichen Raum in der Jakominstraße und Klosterwiesgasse in Graz aufwerten und für eine Ansiedlung der Kreativwirtschaft attraktiver machen.

Das Siegerprojekt von Sandra Janser und Elisabeth Koller verbindet seit Sept. 2010 mittels eines roten Belages auf Fahrbahn und Gehsteig die Jakoministraße und die Klosterwiesgasse über die Sparbersbachgasse und den Jakominiplatz. Dafür wurden in zehn Bauabschnitten 17 Tonnen ziegelrote Bodenbeschichtung um 80.000 € aufgebracht. Was optisch an eine Laufbahn erinnert und „Visuelle Klammer“ genannt wird, macht nach Ansicht der zuständigen Stadträtin das Viertel nun österreichweit einzigartig und unverwechselbar. Tatsache ist, dass das Rote Laufband nach einem Jahr „pfui“ auschaut, weil nicht zu reinigen und daher von einer Attraktivierung nicht mehr die Rede sein kann, sondern eher von einem Schandfleck in Graz. Die Idee des Laufbandes, das Jakominiviertel zu attraktivieren, hat sich also ins Gegenteil verkehrt. Lt. Stadt Graz sollen sich inzw. zahlreiche Betriebe angesiedelt haben. Wieviele abgewandert sind, davon kann man sich vor Ort überzeugen.

Nominiert: CIS CreativeIndustriesStyria, Stadt Graz (Abt.Wirtschafts- u.Tourismusentwicklung), Citymanagement Graz

Zerstückelung der Leistungen

von Anno

Um eine Ausschreibung als eu-weit ausgeschriebenen öffentlichen Wettbewerb nach Bundesvergabegesetz zu umgehen, werden Architektenleistungen zerstückelt.

So geschehen bei mind. 2 Projekten: Karmeliterhof Graz: Es wurde lediglich ein geladener Wettbewerb um die Fassadengestaltung ausgeschrieben. In Folge erhielt das Siegerbüro weitere Aufträge: 3 Gebäude wurden saniert und 1 Gebäude neu errichtet - Baukosten am Ende 8 Mio. €.
Um- und Zubau Pflegeheim Bad Radkersburg: Ein/e ArchitektIn wird mit dem Vorentwurf und Entwurf beauftragt - die Einreichung wird andersweitig vergeben in einer kleinen "wer bietet weniger"-Runde - die Ausführungsplanung wurde ebenfalls extra ausgeschrieben.

Nominiert: Landesimmobiliengesellschaft Steiermark (LIG)

Vergeben und Vergessen

von Bob Baumeister

Trotz Architekturdeklaration vergibt die Stadt Wien - nicht nur viele Chancen, sondern auch - zentrale Bauaufgaben ohne Wettbewerb.

Der Zentralbahnhof Wien - eine der größten Baustellen Europas - benötigte einige Architekturwettbewerbe (und verschliss dadurch jede Menge Architektenleistungen), um dann schlussendlich getarnt als Nebenleistung für die Gleisanlage bzw. als Subauftrag für die Ingenieursleistungen an den Architekten zu gehen, den Stadtrat Rudi Schicker gerne mit Großprojekten in Wien beauftragt hat. Dem über die "Weihnachtsferien" geladenen Städtebaulichen Wettbewerb folgte kein Architekturwettbewerb. Ähnlich die Vorgehensweise bei der Vergabe der favelaartigen und unproportionalen Wellblechklötze, die neuerdings den Restbahnhof am Gürtel "rahmen". Das "Primat der Politik" wurde auch für ein juridisches Gutachten (auf Kosten der SteuerzahlerInnen) bemüht, um bei Stararchitekt Calatrava eine Fußgängerbrücke über die Triesterstraße als "Kunstwerk" bestellen zu können - was nur durch Umgehung des Vergaberechts ohne Wettbewerb möglich gewesen wäre. Calatrava lehnte trotzdem ab - schade um die Schlagzeilen.

Nominiert: ExStadtrat Rudi Schicker

Vollgas in Simmering

von Der Gaskassier

In Wien standen vier Gasometer mit weltweit einzigartigen Zentralräumen. Satt XX-Clubbings sind sie nun vollgefüllt mit unterbelichtetem Kubikmeter-Wohnbau und toter Shoppingmall - medial gefeiert!

In Kopenhagen haben MVRDV mit der Gemini Residence vorgeführt, wie einzigartige Industrieräume sensibel erhalten werden können und trotzdem hochwertiger Wohnbau entstehen kann. In Wien wurde die Hülle denkmalgeschützt und mit Sehschlitzen für die dahinter befindlichen Wohnkubaturen versehen. Vollgefüllt mit Genossenschaftswohnbau nach den Entwürfen großer Namen und solcher, die in Österreich als groß gelten. Die unvermeidliche Kinowelt (die wenig Tageslicht braucht) wurde davor gestellt. Die Shoppingmall ist tot, es lebe das Stadtarchiv. Die großartigen Räume der Gasometer sind zubetoniert. Vielleicht hätte der damalige Wohnbaustadtrat Werner Faymann vor dem Bauträgerwettbewerb mehr in einen Architekturdiskurs investieren sollen, anstatt danach mittels inserierter Leserschaft das Großprojekt und sich medial feieren zu lassen.

Nominiert: Damaliger Wohnbaustadtrat Werner Faymann und sein mastermind Josef Ostermayer

Baukultur statt Rechtsauslegung

von Adrian Monk

Sind die Baugesetze in Wien für die Menschen da, um deren Lebensqualität zu sichern, oder Spielwiese und Legitimation für so manchen Baupolizisten, um Besseres zu verhindern? Wo bleibt die Baukultur?

Eine Vielzahl engagierter ArchitektInnen versucht immer wieder und unermüdlich, trotz des rigiden Paragraphendschungels der Wr. BO und ihrer Begleitnormen, qualitative Lebensräume für Menschen zu schaffen. Nicht selten scheitern sie an den Tücken gefinkelter Rechtsauslegung seitens der Baubehörde, die dem einfachen Architekturschaffenden unverständlich bleibt. Natürlich gibt es bei der MA37 auch viele löbliche Ausnahmen, aber der Amtsalltag, in dem die/der PlanerIn als BittstellerIn an zwei Vormittagen pro Woche in engen Gängen auf Anhörung warten muss - weit ab einer kollegialen Zusammenarbeit -, um dann oft brüsk abgewiesen zu werden, gehört leider noch lange nicht der Vergangenheit an. Besonders häufig geschieht dies bei DI. Johann Raunigg von der MA37/13. Viele gute Projekte wurden, wenn nicht verhindert, so zumindest verschlechtert. Sein Vorgesetzter DI Hinteregger dazu "Wir sind nicht da, um Qualität zu schaffen, sondern um Gesetze auszulegen". Wien ist anders!

Nominiert: Magistrat der Stadt Wien - MA37 Johann Raunigg und Gerhard Hinteregger

Stadtmöbel

von archixottl

Die Stadtmöblierung in Wien ist bisweilen ein wenig wuchtig.

Unverrückbar in die Bodenfläche geschraubt, in Beton gegossen, aus Eisen gebogen,– so erleben PassantInnen häufig die Möblierung im Öffentlichen Raum. Ob Mistkübel, Tröge, Sitzbänke oder Leuchten, only the fittest survive, Vandalensicherheit auf Siegeszug im Park und auf den Plätzen.

Nominiert: Der Vandale Die Vandalin

Metropole? Nein Danke!

von mm

Wien wandelt sich zu einer Kleinstadt. Grätzl-Idylle und Dorf-Romantik erfahren eine Renaissance. Es gibt kein Bekenntnis zu Großstadt, Veränderung und Urbanität - putzig soll die Stadt werden! Stadtluft macht frei ist keine Realität mehr; das Kontrollierbare und Überschaubare ist das Maß aller Dinge. Nicht Großstadt, Kleinstadt heißt die Devise. Parallelwelten, Nischenbildungen, pulsierende Zentren und wuchernde Orte darf es nicht geben, ein Little Turkey wird es nie geben. Die Bremskraft und Assimilationskraft ist zu groß. Die Stadt kann nicht auf den Kopf gestellt werden! Planlos deswegen: Everybody.

Nominiert: Everybody

Verträge und Honorare mit Genossenschaften

von Anno

Im Jänner wurde der Landesrechnungshofbericht (LRH) zum Thema „Honorare gemeinnütziger Wohnbauträger“ in der Sitzung des steirischen Landtags veröffentlicht und vom Landtag zur Kenntnis genommen.

Der LRH führte eine Querschnittsprüfung, betreffend die Honorare und Bauverwaltungskosten geförderter Geschossbauvorhaben durch. Erhoben wurde dabei, inwieweit die gesetzlichen Grundlagen, die „honorargrundlegenden Gebührenordnungen“ sowie die damit zusammenhängenden förderungsrelevanen Vorgaben, erfüllt wurden und inwieweit die Aufsichtsbehörde ihre dementsprechende Verantwortung wahrgenommen hat. In Summe gibt der Bericht Einblick in die prekäre Vertrags- und Honorarsituation, der sich die ArchitektInnen hier "freiwillig" unterwerfen. Eine politische Reaktion bzw. eine Änderung der Situation entsprechend der Empfehlungen des LRH ist nicht erkennbar und absehbar.

Nominiert: Land Steiermark und sämtliche gemeinnützige Genossenschaften

WB Pflegeheim Rosenhain und Hummelkaserne

von Anno

Der Wettbewerb "Pflegeheim Rosenhain" war ein EU-weiter offener WB. Nach einer Panne bei der Finanzierung wurde das Baurecht übertragen und der WB "Pflegeheim Hummelkaserne" als geladener WB ausgelobt.

Die Stadt Graz und das Geriatrische Gesundheitszentrum Graz (GGZ) traten beim eu-weit ausgeschriebenen WB für das PH Rosenhain als Bauherren und Auslober auf. Am Tag der Präsentation des Siegers war plötzlich die Finanzierung nicht mehr gegeben - man hatte schlicht die Wohnbauförderung vergessen. In der Stmk. bedeutet das, dass die Stadt (!) über kein Wohnbaukontingent verfügt und somit das Baurecht an eine gemeinnützige Genossenschaft abgeben muss. Die Folge: Die "Baubetreuung" von Rosenhain übernahm eine Genossenschaft. Und für das gleich große Bauvorhaben PH Hummelkaserne wurde heuer das Baurecht ebenfalls an eine Genossenschaft vergeben und ein geladenes Gutachterverfahren durchgeführt. Mit den gemeinnützigen Genossenschaften umgeht man damit einmal mehr, elegant, das BVergG !!!

Nominiert: Geriatrisches Gesundheitszentrum Graz (GGZ) und Stadt Graz

Kulturwidmung Donau City

von maroni

Die Donau City, mit ihrer spektakulären Skyline, ist eine internationale Visitenkarte für Wien. Sie hat eine Kulturwidmung, aber wo bleibt die Kultur?

Die Widmung markiert zentral den Übergangsbereich von Büro-, Wohnnutzung und der Uferzone der VDC. Hier sollten die Begehrensströme von Cis- und Transdanubien zusammenfließen und den Öffentlichen Raum zum Schwingen bringen. Städte vergleichbarer Größenordnung lassen sich eine solche Chance nicht entgehen. Entsprechend glanzvoll stellen sie Opernhäuser, Konzerthallen, Filmmuseen, oder die Nationaloper auf die Rampe ihrer Uferzone. Ohne die selbstbewusste Verortung zeitgenössischer Kultur ist die Zukunft einer Stadt eher retro. Auf der „Platte“ mit ihren „Leuchtturm-“ und „Signalarchitekturen“ ist der Gestaltungswille früh an die Grenze seiner Kapazität gelangt. Geht die Widmung baden?

Nominiert: Thomas Jakoubek, Vorstand der WED, Andreas Mailath-Pokorny, MA 7

gartenstadt alterlaa

von rahl

Bei Alterlaa soll eine Gartenstadt entstehen. Frau Vassilakou stellt bereits den Masterplan dafür vor (siehe "Presse" v. 8.10.11, S. 21) und kündigt Planungen für die erforderlichen Umwidmungen an.

Ein Masterplan für einen neuen Stadtteil wird ohne Einholung alternativer Vorschläge (vulgo: Wettbewerb) vorgestellt. Ziel und Zweck dieses Projektes werden gleichzeitig mit dem fertigen Masterplan bekanntgegeben. Öffentliche Fachdiskussionen darüber: keine. Und das alles von der grünen Vizebürgermeisterin, die eine Ausweitung der Wettbewerbe versprach. (Siehe das 10 Pkte. Programm, vorgestellt von Frau Vassilakou im AzW). Schlagworte wie "mehr Grün in die Stadt zu holen" sind dabei zu wenig.

Nominiert: Stadtplanung Wien, Frau Vizebürgermeisterin Vassilakou

Umwidmung des Eisring Süds und geplante Verbauung

von Kritiker

Ein ehemaliges Vorzeige Sport-Areal (mit u.a. 400m Bahn) wird - nach jahrelangem (bewusstem?) Wegschauen der Sportstadträte - von "Erholungs-, Sport- und Spielgebiet" in "Bauwohnland" umgewidmet.

Nachdem jahrelang von Seiten der Stadt Wien (Sportstadträte) niemand etwas zum Erhalt und zur Renovierung der Anlage beigetragen hat,wurde bei der Ausschreibung KEINE Revitalisierung und Modernisierung des Eisring Süd gefordert. Dafür sind in der Ausschreibung Wohnungen und ein Einkaufszentrum Pflichtkriterien. "Die Fläche des Eisrings Süd an der Raxstraße soll einer Umnutzung zugeführt werden. Aus dem Bedarf an zusätzlichem Wohnraum und den begleitenden Angeboten (Grün- und Freiflächen, Nahversorgung, Arbeiten etc.) sollen an diesem Standort zukünftig Wohnungen, Flächen für Einzelhandel und Dienstleistungen sowie ein multifunktionales Sportzentrum entstehen." Der Bau von (zusätzlich zu den damals geplanten 6.000 Wohnungen (400 davon keine 200m entfernt) im bevölkerungsreichsten Bezirk wurde mit Bevölkerungszahlen gerechtfertigt,die 9 (!) Jahre alt waren. "Bürgerbeteiligung" beschränkte sich auf die Wahl aus Projekten, die nichts mit den Wünschen/der Meinung der Bürger zu tun hatten.

Nominiert: Wiens Sportstadrtäte F. Mrkvicka / Michael Häupl / M.Laska + Planungstadtrat Rudi Schicker

Abbruch der Domenig-Rampe

von Anno

Im September 2010 erfolgte ohne Bewilligung der Abbruch der Rampe des von Architekt Günther Domenig geplanten Erweiterungsbaus der TU Graz in der Lessingstraße.

Der Abbruch erfolgte ohne Einwilligung des Eigentümers zum Zeitpunkt des Abbruchs (BIG), ohne Abbruchbescheid (Stadt Graz), ohne Genehmigung der Altstadtsachverständigenkommision (ASVK) und ohne Berücksichtigung des Urheberrechts, das bei der Architekten Domenig & Wallner ZT GmbH liegt. Anlass für den Abbruch war die "Verschönerung des Parks" anlässlich der 200-Jahresfeier der TU Graz. Die ASVK hat den Abbruch angezeigt. Die Wirkung: Keine ... Die Rampe wurde nicht wiedererichtet, die Parkverschönerung fertiggestellt.

Nominiert: Technische Universität Graz und Stadt Graz

Die Burg

von Ottakringer

Ein derzeit im Entstehen begriffenes Einfamilienhaus Ecke Lewinskygasse/Wilhelminenstraße überragt das ehrwürdige Jugendstil-Nachbarhaus (Schuhmeierhaus) um etliche Meter - und das im Mindestabstand.

Die Mitte der 2000er-Jahre neu festgelegten Baufluchtlinien dieses Bereiches zwischen Kollburggasse-Wilhelminenstraße-Lewinskygasse machen's möglich: mehrstöckige Häuser mit ausgebauten Dachzonen heben die Bevölkerungs- und damit Wählerdichte signifikant an. Der Charakter bestehender Ensembles wie etwa der 3 Jugenstilhäuser Ecke Kollburggasse/Wilhelminenstraße wird dadurch zerstört, eine bisher erkennbare Stilgemeinsamkeit des ganzen Viertels wird (auch durch einige weitere Aufstockungen bestehender Objekte) schlicht vernichtet; das Viertel nimmt nach und nach den "Charakter" eines niederösterreichischen Siedlungsgebietes an.

Nominiert: MA37/Baupolizei Ottakring

Wiener Städtebau-Katastrophen

von Paul Schremser

In Wiens Neubaugebieten der letzten Jahre wurde, gemessen an der Entwicklung dieser Stadt wie auch an anderen westeuropäischen Metropolen, ein planungspolitischer u. städtebaulicher Tiefpunkt erreicht

So gut wie alle bedeutenden Stadterweiterungsprojekte jüngerer Zeit zeigen enorme Dichten (Wien Mitte, Donau City, Wienerberg, Hauptbahnhof-Viertel, Donaukanal, ...) ohne jede Rücksicht auf das gewachsene Umfeld, funktionale Monotonie (TownTown, EuroPlaza, Lasallestraße, ...), städtebauliche Banalität (Monte Laa, Aspang-Eurogate, ...) sowie großmaßstäbliche Kubaturen in billigster Architektur (Westbahnhof, Forum Schönbrunn, ...).

Nominiert: Rudolf Schicker, Wiens Planungsstadtrat 2001-2010, und seine beiden Vorgänger B. Görg und H. Swoboda

Verstecktes Holzregal

von Ver Bockt

Es ist die Geschichte eines Hauses, dass in eine enge Schlucht getrieben wurde und von einer überdimensionalen Schlange bedroht wird. Es ist eine schattig-traurige Geschichte ohne Menschen.

Der städtebauliche Masterplan von coop himmelb(l)au sieht die Verteilung von Baukörpern am Areal der Alten Brauerei Liesing vor, die weder auf die Besonnungssituation, noch auf die Topographie des Hanges und sinnvolle Freiräume eingehen. Ein so spanenndes und innovatives Bauwerk von Jaohnanes Kaufmann an so eine Stelle zu bauen ist unglaublich, aber wahr.

Nominiert: MA 21 B und Coop Himmelb(l)au

klagemauer

von bärli

Schallschutzmauer ZWISCHEN den Fahrstreifen am Knoten Steinhäusl. Die Fahrstreifen selbst werden wiederum nach links und rechts durch Schallwände begrenzt !!!

Absolut hitverdächtig, weil:
- bei großen Kollisionen Rettungsfahrzeuge nicht mehr zufahren können
- die mittleren Wände höher sind als die linken und rechten (Logik ?)
- die Polizei sich besser verstecken kann (gibts sonst nix zu tun)

Nominiert: asfinag

Schwedenplatz-Bashing

von si

Die Gegend rund um den Schwedenplatz ist eine der interessantesten und verführerischsten Gegenden Wiens. Die Stadt ist dort kein verhärtetes Relikt; sie ist permanent im Umbruch und Aufbruch; sie hat den Charme einer angenehm abgewitterten Ostblockcity und hat Wiederaufbauflair; sie ist eine signifikante Brühe aus Vielem; ihre Gerüche sind intensiv. Wenn die Stadt irgendwo noch einen guten Sound hat, am Schwedenplatz hat sie ihn. Auch die Straßenseite vis-a-vis, von Uniqa-Tower über Sofitel bis Raiffeisen mit dem bildschön verlotterten 50er-Jahre Gemeindebau, dem Georg-Emmerling-Hof, dazwischen - ein wahrer Genuss! Das Bashing muss ein Ende haben!

Nominiert: Ursula Stenzel

der konsument wird horizontal + vertikal zum Produkt geführt

von die bürgermeisterin

www.stadtgaleeren.at
Städtebauliche Jahrhundertchance mitten in Schwaz wurde vertan, Totalabbruch wertvoller Bausubstanz (Tabakwerke), Architektenwettbewerb: Siegerprojekt kommentarlos ausgebootet

Städtebauliche Vorgaben der Stadtplanung und Stadtpolitik wurden in allen entscheidenden Punkten verworfen, ja geradezu ins Gegenteil verkehrt. Die städtische Allee wird fast zur Gänze über Nacht eliminiert. Ein völlig Unbeteiligter wird mit der Gesamtplanung des Areals beauftragt. Das Verkehrskonzept ist ein Staukonzept. Altstadt wird ausgedünnt und finanziell vernachlässigt. Ekz-Maschine wird durch Aufpfropfung eines Stadtsaales zum Loloss. Der „Silberstadt“ wird ein Mühlstein an den Hals gehängt. Ein Bürgerbeteiligungsmodell wurde verhindert, die Öffentlichkeit bis heute gezielt desinformiert, die abhängige Bevölkerung staunt und schweigt. Der Aufruf eines Proponentenkomitees an Bürgermeister, Gemeinderat STOP | NEUSTART wurde negiert, das öffentliche Interesse an diesem bedeutsamen Ort innerer Stadterweiterung am Altar des Investors geopfert.

Nominiert: agb errichtungs- und betriebsgmbh Stadtgemeinde Schwaz

WB Pflegeheim Knittelfeld

von Anno

Ein Bewerberverfahren war ausgeschrieben, erstmalig mit den Kategorien junge Büros und 1 Architektin. Dann wurde die Jurysitzung kurzfristig ohne Begründung ausgesetzt. Die Arbeiten blieben unjuriert.

Brav und hochmotiviert (endlich eine Chance!) hat man gearbeitet. Dann wurde die Jurysitzung einfach kurzfristig ohne Begründung abgesagt. Erst nach mehrmaligem Nachfragen gab es die schlichte Begründung: Das steirische Sparpaket  von minus 25% ! Und wieder einmal wurde ein WB ausgelobt ohne Absicherung der Finanzierung lt. BVergG ! Erst durch Intervention der Kammer wurde Monate später die Aufwandsentschädigung ausbezahlt und später das Preisgeld aufgeteilt. Junge Büros wurden um die Chance gebracht, mglw. einen WB-Preis und damit ein weitere Referenz zu erhalten.
ps: Es gab noch 3 weitere Pflegeheimbauten, die bereits in Planung waren und bei denen die Planung eingestellt wurde. Aktueller Stand: die 4 Pflegeheime sollen verkauft werden. Ist das Sparen?

Nominiert: LIG (Landesimmobiliengesellschaft Stmk.) und Land Steiermark

Wiener Wohnbau-Katastrophen

von Gordon Shumway

Unter dem Schlagwort "Sozialer Wohnbau" entstanden in Wien seit Anfang der 1990er Jahre zahlreiche Quartiere, die kein anderes Attribut als menschenunwürdig verdienen.

Wohnquartiere wie die Wienerberg City (Wien X), der Wohnpark Alte Donau (Wien XXII) oder die Bebauung rund um die Remise in der Vorgartenstraße ignorieren zentrale Grundsätze menschenwürdigen Wohnens seit den 1920er Jahren - seien es Besonnung und Belichtung, sei es das private oder gemeinschaftliche Freiraumangebot. Denoch verkauft die Politik sie als architektonische Innovationen, lukrieren Wohnbauträger Fördermittel dafür und beteiligen sich prominente ArchitektInnen ohne jede Scham an diesen Projekten.

Nominiert: Werner Faymann, 1994-2007 Wiens Wohnbaustadtrat, stv. für alle beteiligten Akteure

Bauordnung Niederösterreich

von einöd

Die Novelle der Bauordnung Niederösterreich wurde im Herbst 2010 entgegen dem Rat vieler ExpertInnen von der Baudirektion unverändert dem Landtag zum Beschluss vorgelegt und von diesem beschlossen.

Im §54 wird eingefordert, neue Bauwerke müssten sich an den bestehenden Bauten der Umgebung orientieren: "Die Umgebung umfasst alle Grundstücke, die vom Baugrundstück höchstens 100 m entfernt sind." Mit dieser Bestimmung ist die Fortsetzung der gnadenlosen Tristesse und die Verhinderung neuer Ansätze gesetzlich verankert!

Nominiert: Baudirektor Morwitzer

Gartenbauschule ohne Außenanlagen

von Freier Fall

Neubau der HBLFA für Gartenbau in Wien-Schönbrunn

Das neue Schul- und Internatsgebäude der HBLFA für Gartenbau in Wien-Schönbrunn wurde im Auftrag der BIG vom Architektenteam Szyskowitz-Kowalski errichtet. Fertigstellung ganz aktuell. Nominierungsgrund? Schon wieder ist in ein Projekt keine Landschaftsarchitektur involviert! Aber in der Ausbildungsstätte für künftige Gartengestalter ist dieses Faktum einfach nur peinlich.

Nominiert: Bundesimmobiliengesellschaft m. b. H., Wien

Dietmar Steiner - Die Ich AG

von Notti

Dietmar Steiners Antwort auf den Umstand, dass zwar kein Architekt, aber er Mitglied der Jury der Wohnbauoffensive ist: "Mir persönlich fehlt der Architekt nicht. Das schaffen wir auch so".

Die Rolle der ArchitektInnen beim Wohnbau Call von Wohnbaustadtrat Ludwig wurde ad absurdum geführt. Für die "Qualitätskontrolle" innerhalb der formierten Jury ist das Beiratsmitglied Dietmar Steiner zuständig. Dass man "eigentlich überhaupt keine Jury bräuchte", dass "ihm persönlich der Architekt nicht fehle", dass "wir das auch so schaffen" erinnert an Ludwig XIV und ist kein demokratiepolitisch wertvoller Beitrag, den man sich von einem Direktor des Architekturzentrums Wien erwartet. (Zitate: Standard 26.08.2011 S.10)

Nominiert: Dietmar Steiner

Zeichensäle TU Wien

von cand arch

Die Zeichensäle, bekannte Brutstätte für architektonische Qualität, werden vom Karlsplatz ins Arsenal ausgelagert.

StudentInnen müssen ins verkehrtechnisch schlecht erschlossene Arsenal wandern - dort wird sich nie eine Szene wie auf der TU am Karlsplatz entwickeln. Nachhaltiger Schaden für den Architektennachwuchs steht zu befürchten!

Nominiert: Gerhard Schimak, Vizerektor Infrastrukturmanagement & Entwicklung der TU Wien

uralte platane geopfert für ein loch im westbahnhof

von aristide

um den wiener westbahnhof zu erneuern wurde eine uralte, wertvolle platane über nacht ausgerissen und entsorgt.

der wiener westbahnhof, neu, ist eines der häßlichsten gebäude wiens. um neuankommende zu begrüßen sollte wien mit seinen traditionell kühnsten und modernsten architektenträumen aufwarten, sollte man meinen. #epic_fail

Nominiert: öbb-westbahnhof

WOHNBAUCALL 2011

von ex ARCH

Die Stadt Wien finanziert über günstige Kredite den Bau von ca. 6.000 Wohnungen durch gemeinnützige und private Bauträger.

Die Stadt hebelt damit im Sinn der Bauträger den aufwendigen Prozess der Bauträgerwettbewerbe mit all seinen Qualitätskontrollen aus. Die Beurteilungskommission hat als Kriterium ausdrücklich nicht "Architektur" vorgegeben.

Nominiert: Stadtrat Ludwig

Neubau Schule Eisenstadt

von anonym

Verfahren ohne Verfasserbrief

wettbewerbsauslober schied ein projekt aus, nur weil der verfasserbrief nicht gefunden wurde. er tat dies, ohne zu klären, warum dieser nicht vorlag und anstatt nachzufragen, wo dieser sein könnte. im wettbewerb getätigte aufwendungen des architekturbüros wurden damit zu gänze negiert, es wurde von der teilnahme am wettbewerb vor beginn ausgeschlossen. ein besonders dramatisches beispiel für den häufig verantwortungslosen umgang mit kreativen leistungen von architektInnen. Folgen: teurer Gerichtsprozess und Beschuldigung gegenüber Kollegen...

Nominiert: Claudius Weingrill, BIG (Auslober)

BUWOG nennt die ArchitektInnen nicht

von architekt

Der Bauträger Buwog nennt weder auf seiner Website, noch in Werbeanzeigen mit hübschen Visualisierungen neuer Projekte die ArchitektInnen.

Sich auf der Website in Projektbeschreibungen oder im Text der Werbeanzeigen in Tageszeitungen neben wunderschönen Visualisierungen mit guter Architektur zu brüsten, jedoch die Verfasser nicht zu nennen, die meist im Kampf gegen den eher trägen Bauträger diese gute Architektur erst durchsetzen, ist wohl eine besondere Form der Finesse. Stellvertretend für unzählige Firmen, die ähnlich agieren, gebührt die Auszeichnung!

Nominiert: BUWOG, Gerhard Schuster, Geschäftsleitung

Wien Süd nennt ArchitektInnen nicht einmal auf der Bautafel

von ArchitektIn

Auf Bautafeln des Bauträgers Wien Süd findet sich kein Architekt. Im bunt bebilderten Geschäftsbericht ebenfalls nicht.

Weshalb die Wien Süd ihre ArchitektInnen verschweigt und auch teuer produzierte Geschäftsberichte mit Projektinfo und bunten Renderings ohne Nennung der Verfasser verschickt, bleibt wohl unergründlich. Ein wichtiges und sensibles Thema, nämlich die Geringschätzung der Planverfasser, wird durch diese Nachlässigkeit präsent.

Nominiert: Wien Süd, Geschäftsführung, Maximilian Weikert

Innere Mariahilferstraße - Keine öffentliche Erschließung

von Sternbild

Unter den Vorschlägen für die Sanierung der Mariahilferstraße ist keiner, der die Erschließung mit der Straßenbahn vorsieht womit sie die einzige Radiale zwischen Gürtel und Ring ohne öffentlichen Verkehr bleibt

Am Ende seiner Amtszeit verkündete Planungsstadtrat Schicker, die äußeren Bezirke über den Gürtel besser an die inneren Bezirke anzubinden, lehnte aber als U-Bahn-Fetischist die logische Wiederrichtung der Straßenbahn ab. Seine Nachfolgerin Vassilakou ging als erstes Vorhaben die Sanierung der inneren Mariahilferstraße an. Unter den 3 Sanierungsvorschlägen befindet sich aber keiner, der die Wiederverlängerung der Straßenbahnen 58/52 bis zum Ring vorsieht. Damit bleibt die "Mahü" als wichtigste Radiale zwischen Gürtel und Ring die einzige ohne öffentl. Erschließung (die U3 ist nur ein Zubringer für die obere Hälfte). Die Wiedererrichtung der Straßenbanhn in der geplanten Fußgängerzone (analog zu Linz, Graz, Melbourne, Strasbourg usw.) würde die architektonischen Highlights (Ringstraße, denkmalgeschützter W-Bahnhof, techn. Museum, Schönbrunn) an der Oberfläche verbinden, den Anrainern, Geschäftsleuten und Touristen nützen, die U3 entlasten und innere und äußere Bezirke wiederverbinden.

Nominiert: Maria Vassilakou

Eingangsgebäude zum Wiener Prater

von steuer zahler

Direktvergabe einer Planungsleistung an Planer mit Negativreferenzen (Konkursprojekte) inklusive der Ausführung!

Die Vergabe ohne Wettbewerb vorbei an allen Regulierungen beförderte Inkompetenz in eine Position, aus der sowohl schlechte Planung als auch exorbitante Kostenüberschreitung unkontrolliert stattfinden konnten.

Nominiert: Grete Laska, ehemalige (zuständige und aktiv sämtliche Regeln übergehende) Stadträtin Wien

kindergarten im stadtpark

von Holbein Franz

eine jury entscheidet, aus 100 teilnehmerInnen an einem wettbewerb keine/n gewinnnerIn zu bestimmen

der wettbewerb für die neugestaltung des kindergartens im stadtpark in wien hatte 100 teilnehmende architekturbüros. die jury entschied sich jedoch, dass keines der projekte gut genug wäre, gebaut zu werden. die gängige situation des volkswirtschaftlichen nonsens eines offenen wettbewerbs wurde hier endgültig auf die spitze getrieben

Nominiert: Jury des Wettbewerbs

Park- und Platzgestaltung Yppenplatz 2

von britta beton

eine nur 5 jahre alte gestaltung wird in direktbeauftragung zerstört und „neu gestaltet“

nach einem gelungenen bürgerInnenbeteiligungsprojekt und der gestaltung von koselicka wird ohne erkennbaren grund eine neue gestaltung (überformung) ohne wettbewewerb in direkter beauftragung durchgeführt. Eine verbesserung ist nicht erkennbar.

Nominiert: MA42, vertreten durch Ing. Rainer Weisgram